Im Rauschen der Schwarza: Die kleinen Taucher am Chrysopraswehr. Hier, wo die Schwarza über die historischen Steine des Wehrs stürzt und das Wasser in Millionen winziger Perlen zersprüht, beginnt ihre Bühne. Das Rauschen des Wassers ist laut, fast mächtig, aber die Wasseramsel stört das nicht. Sie sucht genau diesen Lärm, die Schnelligkeit und die Kraft des fließenden Stroms. Mit ihrem kompakten, runden Körper und dem auffallend weißen Lätzchen auf der Brust sitzt sie auf einem bemoosten Stein. Sie wippt kurz mit dem ganzen Körper – ein kleiner, nervöser Tanz im Takt des Flusses. Ein kurzer Moment der Stille, ein wachsamer Blick, und dann passiert das Wunder: Sie taucht ab. Dort, wo das Wasser schäumt und tobt, wo kein anderer Singvogel auch nur einen Fuß hineinsetzen würde, ist die Wasseramsel zu Hause. Sie schwimmt gegen die Strömung, läuft auf dem kiesigen Grund des Flussbettes und sucht nach winzigen Bachflohkrebsen und Insektenlarven. Nach ein paar Sekunden taucht sie wieder auf, schüttelt kurz das dichte, wasserfeste Gefieder und ist im nächsten Augenblick schon wieder bereit für den nächsten Sprung in die Fluten. Am sanierten Chrysopraswehr, wo die Vergangenheit des 19. Jahrhunderts auf die ungezähmte Natur des Thüringer Waldes trifft, wirken die Wasseramseln wie kleine, lebendige Edelsteine – treuer als der grüne Chrysopras, nach dem der Ort einst benannt wurde. Sie zeigen uns, wie wunderbar es ist, sich anzupassen, der Strömung die Stirn zu bieten und im wilden Element das eigene Glück zu finden. 
Lebensraum und Verhalten Reißende Gewässer: Sie lebt an schnell fließenden, klaren Bächen und Flüssen im Bergland. Unterwasserjagd: Sie läuft auf dem Gewässerboden gegen die Strömung, um Nahrung zu suchen.
 Nahrungsquelle: Sie frisst hauptsächlich Köcherfliegenlarven, kleine Krebstiere und Insekten. 
Knicks-Bewegung: Typisch ist ihr ständiges Auf- und Abwippen („Knixen“) auf Steinen im Wasser.  
Gefieder: Sie ist am Körper dunkelbraun gefärbt und hat einen auffälligen, reinweißen Brustfleck .
Wasserabweisend: Eine extrem große Bürzeldrüse liefert reichlich Öl, um das Gefieder wasserdicht zu machen. 
Taucherbrille: Ein weißes Blinzhautlid schützt die Augen unter Wasser vor der Strömung.
Körperbau: Ihre Knochen sind kompakter und schwerer als bei anderen Singvögeln, was das Tauchen erleichtert.
Nestbau: Die Eier werden in einem großen, kunstvollen Kugelnest abgelegt. Dieses besteht außen meist aus Moos und Gras und ist innen mit Blättern ausgepolstert. Die Nester befinden sich immer direkt über oder am fließenden Wasser, etwa in Nischen von Felsen, Brücken oder Ufermauern. 
Ei-Eigenschaften: Die Eier sind glanzlos weiß und haben eine durchschnittliche Größe von rund 26,5 x 19 Millimetern. 
Brutdauer: Die Brutzeit beträgt etwa 16 Tage. Das Weibchen bebrütet die Eier im Regelfall ab dem vorletzten gelegten Ei allein, während das Männchen in dieser Zeit oft Nahrung heranträgt.
Jahresbruten: Wasseramseln ziehen pro Jahr regelmäßig zwei Gelege auf (Zweitbruten). Die Gelege der zweiten Brut sind dabei oft geringfügig kleiner. 
Nestlingszeit: Nach dem Schlüpfen verbleiben die Jungvögel rund 24 Tage als Nesthocker im Nest und werden von beiden Elternteilen gefüttert, bevor sie dieses verlassen. 

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