Der Rotmilan – Der elegante Gaukler am Himmel. Wer im Frühjahr oder Sommer den Blick gen Himmel richtet, kann ihn kaum übersehen: Mit seinem tief gegabelten, rostroten Schwanz und den langen, angewinkelten Flügeln zieht der Rotmilan majestätische Kreise. Wegen seiner typischen Flugbewegungen, bei denen er den Schwanz ständig als Steuerruder hin und her dreht, wird er auch liebevoll als „Gaukler“ bezeichnet. Das Aussehen: Unverwechselbar im Flug. Der Rotmilan ist etwas größer als ein Mäusebussard, wirkt aber deutlich schlanker und eleganter.
Flügelspannweite beträgt beeindruckende 140 bis 165 Zentimeter.
Das Gefieder leuchtet in warmen Rostrot- und Brauntönen, während der Kopf im Alter fast weiß wird. Das sicherste Erkennungsmerkmal ist das tiefe „V“ im Schwanzgefieder, das ihm auch den Namen „Gabelweihe“ einbrachte.
Lebensraum und Jagd: Der Suchflug-Experte Als Lebensraum bevorzugt der Greifvogel offene, abwechslungsreiche Kulturlandschaften mit Feldern, Wiesen und angrenzenden Waldstücken, in denen er seine Horste baut. Der Rotmilan ist ein exzellenter Suchflieger. Aus geringer Höhe späht er den Boden nach Nahrung ab.
Speiseplan : Feldmäuse und andere Kleinsäuger, Junge Vögel und Reptilien, Regenwürmer (besonders frisch nach dem Pflügen), Aas (z. B. Opfer des Straßenverkehrs).
Deutschland trägt die Hauptverantwortung. Der Rotmilan ist ein echter „Europäer“ – er kommt fast ausschließlich auf unserem Kontinent vor.
Das Besondere: Rund die Hälfte des weltweiten Gesamtbestandes brütet in Deutschland. Damit trägt Deutschland eine enorme internationale Verantwortung für den Schutz und den Erhalt dieser Tierart. Als Zugvogel zieht ein Großteil der mitteleuropäischen Population im Herbst in den wärmeren Süden (vor allem nach Spanien und Frankreich), um im Vorfrühling wieder in die Heimat zurückzukehren.
Bedrohung und Schutz Obwohl sich die Bestände in den letzten Jahren dank intensiver Schutzmaßnahmen leicht stabilisiert haben, ist der Rotmilan weiterhin gefährdet. Die intensive Landwirtschaft nimmt ihm die Nahrungsgrundlage, da hohe, dichte Monokulturen (wie Raps oder Mais) die Jagd unmöglich machen. Zudem verunglücken immer wieder Tiere an Windkraftanlagen oder Oberleitungen. Der Schutz von naturnahen Mischwäldern und eine vielfältige Landwirtschaft sind der Schlüssel, damit der rote König der Lüfte auch in Zukunft seine Kreise über unseren Feldern ziehen kann.
Gelegegröße: Das Gelege besteht meistens aus 2 bis 3 Eiern. Seltener kommen Gelege mit nur einem, 4 oder in Ausnahmefällen bis zu 5 Eiern vor.
Aussehen der Eier: Sie entsprechen in Form und Größe etwa einem mittelgroßen Hühnerei (ca. 57 × 45 mm) und wiegen rund 60 Gramm. Die Grundfarbe ist trübweiß bzw. mattweiß und weist unregelmäßige rötlich-braune Flecken sowie dunkle, schwärzliche Schnörkel auf.
Brutbeginn: Das Weibchen beginnt meist direkt nach der Ablage des ersten oder zweiten Eis mit dem Brüten. Da die Eier zeitversetzt bebrütet werden, schlüpfen die Küken ebenfalls nacheinander. Das führt dazu, dass die Jungvögel im Nest deutlich unterschiedliche Größen aufweisen.
Brutdauer: Die Brutzeit für ein Ei beträgt etwa 31 bis 33 Tage. Bis das gesamte Gelege (bei z. B. 3 Eiern) ausgebrütet ist, vergehen rund 38 Tage.
Arbeitsteilung: Fast ausschließlich das Weibchen sitzt auf den Eiern. Während dieser Zeit wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt.