Frühlingserwachen mit Schönheitsfehlern: Ostern in Rewal. Wer Ostern an der polnischen Ostsee verbringen möchte, sollte sich auf eines einstellen: Zu dieser Jahreszeit ist in Polen noch absolut keine Saison. Der beschauliche Küstenort Rewal wirkt im Vorfrühling stellenweise wie im Dornröschenschlaf. Fast alle Restaurants, Souvenirstände und Cafés haben noch geschlossen, und die touristische Infrastruktur läuft bestenfalls auf Sparflamme. Ganz im Gegensatz dazu steht die Natur, denn die Landschaft rund um Rewal ist schlichtweg traumhaft schön. Die imposante, bis zu 15 Meter hohe Steilküste bietet spektakuläre Ausblicke auf das tiefblaue Meer. Der kilometerlange, feinsandige und zu dieser Zeit menschenleere Strand lädt zu endlosen, erholsamen Spaziergängen ein. Wer die Ruhe sucht, wird von den idyllischen Kiefern- und Buchenwäldern sowie der jodreichen, frischen Seeluft begeistert sein.So überwältigend die Naturkulisse im Frühjahr ist, so ernüchternd kann jedoch das Drumherum sein: Der Service vor Ort lässt außerhalb der Saison oft stark zu wünschen übrig. In den wenigen geöffneten Hotels und Gaststätten spürt man deutlich, dass das Personal noch nicht im Routinemodus ist. Der Service wirkt oft unorganisiert, die Wartezeiten sind lang und die sprichwörtliche polnische Gastfreundschaft geht im noch unvorbereiteten Nebensaison-Betrieb unter. Wer mit dieser Einschränkung leben kann und ohnehin nur für die malerische Landschaft anreist, erlebt in Rewal dennoch ein erholsames Osterfest abseits der Massen.