Flügelrauschen vor der Haustür: Mein Morgen bei den Löfflern in Crildumersiel Wenn der Wecker mitten in der Woche um fünf Uhr morgens klingelt, kostet das kurz Überwindung. Doch schon beim ersten Schritt vor die Tür, wenn einem die kühle, salzige Nordseeluft ins Gesicht schlägt, ist die Müdigkeit verflogen. Mein Ziel heute vor dem Start in den Tag: der Hochwasserrastplatz in Crildumersiel. Ich möchte nach den Löfflern schauen. Diese eleganten Vögel faszinieren mich immer wieder aufs Neue, und es ist ein echtes Privileg, die weiten Salzwiesen für solche Beobachtungen direkt in der Region zu haben. Es ist Flut. Das Wasser steigt langsam und drückt die Vögel aus dem weiten Wattenmeer immer dichter an die Lahnungen und die Küstenkante heran. Ich ziehe die Kapuze meiner Jacke etwas enger, baue meine Kamera auf und richte das Fernglas aus. Der Wind pfeift flach über den Deich, und außer dem fernen Rauschen der Brandung und dem ständigen Rufen der Austernfischer und Großen Brachvögel ist es wunderbar still. Eine Ruhe, die man schätzt, wenn man hier lebt. Und dann entdecke ich sie. Zuerst fallen sie kaum auf zwischen all den Brandgänsen und Säbelschnäblern. Doch da stehen sie: eine kleine Gruppe von Löfflern, majestätisch auf ihren langen, dunklen Beinen. Ihr Gefieder leuchtet im weichen, ersten Morgenlicht fast schneeweiß. Durch die Linse kann ich die markanten, langen Schnäbel gestochen scharf sehen, die am Ende so auffällig löffelartig verbreitert sind.Es ist faszinierend, ihnen zuzusehen. Einige stehen ganz ruhig im seichten Wasser der Priele, den Kopf tief in die Federn gekuschelt, und verschlafen das Hochwasser. Ein paar Meter weiter ist ein anderer Löffler aktiver. Er watet elegant durch das flache Wasser und bewegt seinen Schnabel in einer rhythmischen Pendelbewegung unter Wasser hin und her. Das typische „Seihern“. Man spürt förmlich die Konzentration des Vogels, wie er feinfühlig nach kleinen Krebsen und Fischen sucht.In diesem Moment wird mir wieder klar, was für ein unschätzbares Geschenk dieses UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer direkt vor unserer Haustür ist. Man muss nicht weit reisen, um Naturwunder zu erleben. Als sich die Löffler schließlich mit kräftigen, eleganten Flügelschlägen in die Luft erheben und Richtung Horizont gleiten, bleibt ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit zurück. Crildumersiel hat mir heute wieder einmal gezeigt, wie wertvoll die Heimat ist. 
Aussehen und KennzeichenSchnabel: Lang, schwarz und am Ende löffelartig verbreitert. 
Gefieder: Komplett weiß gefärbt. 
Schopf: Lange, herabhängende Nackenfedern zur Brutzeit. 
Größe: Erreicht eine Körperlänge von bis zu 90 Zentimetern. 
Lebensweise und Ernährung Lebensraum: Flache Gewässer, Schilfzonen, Wattenmeere und Lagunen. 
Jagdmethode: Seiht das Wasser mit seitlichen Kopfbewegungen nach Nahrung ab.
 Nahrung: Kleine Fische, Krebstiere, Insekten und Kaulquappen. 
Zugverhalten: Zugvogel, der im Winter nach Afrika oder Südeuropa zieht.
 Fortpflanzung und Schutz Brutkolonien: Nistet oft gemeinsam mit Reihern in Schilfbeständen oder auf Inseln. Gelege: Besteht meist aus drei bis vier gefleckten Eiern.
Bestand: Gilt in Europa nach erfolgreichen Schutzmaßnahmen wieder als stabilisiert.
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