Der Kormoran fasziniert und spaltet die Gemüter wie kaum ein anderer Vogel in unseren Breitengraden. Wenn man ihn an einem Fluss oder See beobachtet, spürt man sofort die uralte, fast prähistorische Aura, die ihn umgibt. Mit seinem tiefschwarzen, im Licht grünlich-blau schimmernden Gefieder und dem hakenförmigen Schnabel wirkt er wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Besonders beeindruckend ist sein Talent als Jäger. Der Kormoran gleitet elegant durch das Wasser, taucht plötzlich ab und bleibt oft quälend lange unter der Oberfläche, bevor er an einer ganz anderen Stelle wieder auftaucht – meistens erfolgreich mit einem Fisch im Schnabel. Da sein Gefieder im Gegensatz zu anderen Wasservögeln nicht vollständig wasserabweisend ist, saugt es sich beim Tauchen voll. Das verringert seinen Auftrieb und macht ihn unter Wasser extrem wendig und schnell.Das führt jedoch dazu, dass man ihn nach der Jagd oft in seiner typischen, fast majestätischen Pose sieht: Mit weit ausgebreiteten Flügeln sitzt er auf Ästen oder Steinen am Ufer, um sein Gefieder im Wind und in der Sonne trocknen zu lassen. Diese Silhouette ist ein unverkennbares Bild unserer Flusslandschaften. 
Systematik & Äußeres Klassifikation: 
Ordnung: Suliformes (Ruderfüßler),
 Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Größe: 77 bis 94 cm Körperlänge (knapp gänsegroß) 
Flügelspannweite: 121 bis 149 cm 
Gewicht: 1,5 bis 3,2 kg (Männchen sind meist etwas größer und schwerer als Weibchen) Gefieder: Überwiegend schwarz mit einem metallisch blauen oder grünen Glanz im Sonnenlicht. Die Flügeldecken schimmern bronzefarben und sind dunkel gerandet, was eine schuppige Optik erzeugt. Jungvögel sind bräunlich gefärbt mit einem hellen bis weißlichen Bauch. Prachtkleid: Zur Paarungs- und Brutzeit tragen erwachsene Vögel weiße Gefiederpartien an Kopf, Hals und Schenkeln sowie einen kleinen Schopf. 
Besondere Merkmale: Ein kräftiger Schnabel, dessen Oberschnabel am Ende hakenförmig nach unten gebogen ist. An den Füßen besitzt er Schwimmhäute, die alle vier Zehen miteinander verbinden. 
Lebensweise & Verhalten Lebensraum: Küstenregionen sowie fischreiche Binnengewässer wie größere Flüsse und Seen. 
Gefiedereigenschaft: Das Gefieder des Kormorans nimmt beim Tauchen gezielt Wasser auf. Dadurch verringert sich der natürliche Auftrieb, was dem Vogel ein extrem tiefes und schnelles Verfolgen von Fischen unter Wasser ermöglicht. 
Flügeltrocknen: Da das Gefieder durchnässt, sieht man Kormorane nach dem Fischen häufig mit ausgebreiteten Flügeln auf Pfählen, Steinen oder Bäumen am Ufer sitzen, um im Wind und in der Sonne zu trocknen. 
Ernährung/Nahrung: Fast ausschließlich Fisch. 
Bedarf: Ein ausgewachsener Kormoran benötigt pro Tag etwa 330 bis 500 Gramm Fisch. Er jagt opportunistisch und erbeutet primär jene Fischarten, die im jeweiligen Gewässer am häufigsten vorkommen (häufig Weißfische). 
Fortpflanzung & BestandBrutzeit: März bis Juli (1 Brut pro Jahr) 
Brutverhalten: Kormorane sind gesellige Koloniebrüter. Ihre Nester errichten sie je nach Unterart auf Felsen oder hoch oben auf Bäumen.
 Gelege: In der Regel 3 bis 4 Eier. Die Brutdauer beträgt 28 bis 31 Tage. Die Jungvögel werden nach rund zwei Monaten flügge. 
Bestand: In Deutschland leben circa 23.000 bis 24.000 Brutpaare. Der europäische Gesamtbestand liegt bei mehreren hunderttausend Vögeln. Global gilt die Art als nicht gefährdet.
↑Back to Top